01.01.2014 – So, nun heißt
es langsam Abschied nehmen von Costa Rica. Es war eine tolle Zeit hier mit
vielen schönen Eindrücken. Aber jetzt freue ich mich auch auf zu Hause. Das ist
das einzig gute daran, dass wir den letzten Tag hier in San José verbringen, da
fällt einem der Abschied nicht so schwer. Das war gestern am Karibikstrand
schon anders! Und obwohl die Gruppe wirklich top war, freue ich mich auch
darauf, wieder andere Menschen um mich zu haben. Allerdings wird der Tag heute
sehr sehr lang werden. Um 13.00 Uhr werden wir zum Flughafen gebracht, dort
sind wir spätestens um 14.00 Uhr, der Flieger geht aber erst um 17.45 Uhr. Der
Flug nach Madrid dauert 10.15 Stunden, wir landen dort um 11.00 Uhr unserer
Zeit, der Flug nach Frankfurt ist aber erst um 15.50 Uhr und dauert auch
nochmal 2.40 Stunden. Und dann muss ich noch mit dem Zug irgendwie nach Hause
kommen…
Mittwoch, 1. Januar 2014
Silvester in San José
31.12.2013 – Der letzte Tag
in diesem Jahr beginnt sehr ruhig. Da wir nichts auf dem Programm haben außer
die Busfahrt nach San José und diese auch erst um 11.00 Uhr losgeht, haben wir
viel Zeit. Ich gehe vor dem Frühstück zum Strand und genieße noch einmal den
herrlichen Anblick der tosenden Wellen, die heute noch gewaltiger sind, auch
weit draußen sieht man welche. Ich laufe ein Stück, obwohl es leicht regnet.
Das Frühstück würge ich inzwischen fast hinunter, aber irgendwas muss ich ja
essen. Ich bin mir sicher, dass ich das nächste halbe Jahr weder Reis noch
Bohnen noch Rührei essen werde! Nach dem Packen bin ich nochmal am Strand, wo
ich auf einen Großteil der Gruppe stoße und es werden noch ein paar Fotos
gemacht.
Die Fahrt nach San José ist
sehr ermüdend, um 16.00 Uhr sind wir in etwa da. Wir bringen kurz die Sachen
aufs Zimmer (Ich habe wieder mein „altes“ Zimmer), dann heißt es Abschied
nehmen von Thomas, der uns bereits heute verlässt und zu seiner Familie fährt.
Es fällt schon ein wenig schwer, immerhin ist er ein ganz toller Mensch, der
uns die 3 Wochen mit unendlicher Geduld betreut und mit schier unendlichem
Wissen gefüttert hat. Einen Reiseleiter mit so viel Engagement zu haben, ist
schon ein großes Glück! Er geht dann aber noch mit uns los, um zu versuchen,
einen Tisch für abends zu reservieren. Wir versuchen es zunächst im Steakhaus
gegenüber, aber der Kellner lacht nur höflich, da alles ausgebucht ist (allerdings
haben wir auch die Vermutung, dass wir auch so nichts bekommen hätten, da wir
noch in unseren Busklamotten, teils mit Wandersachen und Rucksack auf dem
Rücken dort auflaufen und das Restaurant schon etwas gehobenere Klasse ist).
Wir reservieren für 19.00 Uhr einen Tisch im „El Patio“ am Anfang der
Fußgängerzone, was auch nicht weit weg ist von unserem Hotel. Und da wir zu
neunt unterwegs sind, dürfte es auch weniger gefährlich sein (der Typ von der
Rezeption hatte uns nur gewarnt, auf keinen Fall vom Hotel aus links zu
gehen!). Um kurz nach 17.00 Uhr telefoniere ich mit meiner Schwester und meinen
Eltern, wünsche ein frohes neues Jahr. Das ist irgendwie total komisch, da das
Gefühl für den Jahreswechsel genauso wenig vorhanden ist wie vor einer Woche
für Weihnachten.
Das Essen ist teuer aber gut
(Pizza 15 – 20 USD). Ich esse einen Hamburger, der vielleicht der beste ist,
den ich je gegessen habe. Gegen 21.30 Uhr gehen wir zum Hotel zurück und
richten uns draußen an einem Tisch ein. Wir hatten nachmittags noch eingekauft,
Wein und Chips und der Tisch ist völlig überladen. Wir halten gut durch, und
mit einigen Anekdoten, die erzählt werden, vergeht die Zeit bis 0.00 Uhr recht
schnell. Geknallt wird hier schon seit 20.00 Uhr, noch extremer als bei uns.
Fürs Feuerwerk und zum Anstoßen gehen wir in den 2. Stock, von wo man einen
halbwegs guten Blick auf die Stadt hat. Das Hauptfeuerwerk scheint aber eher in
den Vororten stattzufinden, weit weg. Anschließend bleiben wir noch in kleinerer
Runde etwas sitzen.
Neujahr
31.12.2013 - Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr!
Ich hoffe, ihr seid gut rein gekommen.
Wir sind in knapp 6 Stunden dran...
Ich hoffe, ihr seid gut rein gekommen.
Wir sind in knapp 6 Stunden dran...
Dienstag, 31. Dezember 2013
Freier Tag
30.12.2013 – Heute haben wir
einen „freien“ Tag, so dass wir keinen Wecker stellen müssen. Ich habe gut
geschlafen, aber um 6.30 Uhr bin ich wach. Ich kämpfe kurz mit mir, aber dann
raffe ich mich doch auf und gehe eine Runde laufen. Bevor ich aus dem Zimmer
komme, höre ich bereits ein Miauen, und tatsächlich, meine Katze steht bei mir
vor der Tür und springt direkt wieder auf meinen Schoß als ich mir die Schuhe
anziehe! Sie hat bereits mein Herz erobert, und wären wir hier nicht in Costa
Rica, wäre ich echt versucht, sie mitzunehmen… Leider kann man hier nicht so
gut am Strand laufen, so dass ich erste ein paar Feldwege ausprobiere, die sich
aber alle als Sackgassen herausstellen, die zu
irgendwelchen Unterkünften führen, und dann einfach die Straße entlang
laufe. Einen Schlenker mache ich noch zum Strand, weil die Anblick einfach
atemberaubend ist und ich diesen einfach in mich aufsaugen muss. Es ist bereits
warm und sehr schwül, über dem Strand, den Palmen und dem Meer hängt der Dunst,
und die Morgensonne scheint hinein. Herrlich!! Das Frühstück ist wie immer, und
inzwischen entwickle ich eine echte Abneigung gegen Reis, Bohnen und Rührei,
esse es aber trotzdem, weil es sonst nur Toast und Pancakes gibt. Allerdings
nur so viel, um etwas im Magen zu haben, den Rest fülle ich mit Obst und Müsli.
Der Himmel ist zunächst
bewölkt, und so beschließe ich, heute früh in die Stadt zu laufen und dort
etwas rumzubummeln. Nachdem ich mich aber stadtfein gemacht habe, komme ich aus
meiner Höhle (mein Zimmer ist extrem dunkel) und muss feststellen, dass
inzwischen die Sonne scheint. Also Plan A! Bikini an und um 9.30 Uhr liege ich
als erste am Strand. Es ist bereits jetzt richtig heiß und nach einer Weile bin
ich schon schön angebraten. Zeit zum Wenden. Über dem Meer hängt eine graue
Wand und es sieht so aus wie gestern Nachmittag, als es plötzlich anfing zu
regnen. Tatsächlich tröpfelt es auch ein wenig, hört aber ganz schnell wieder
auf. Die Wellen sind wieder mega und wir haben jede Menge Spaß. Die Strömung
ist heute allerdings auch noch viel heftiger, wobei wir hier eher seitlich als
aufs offene Meer getrieben werden. An den Hauptstränden Richtung Puerto Viejo
sind heute überwiegend rote Flaggen gehisst und Thomas hatte auch beim
Frühstück erzählt, dass das Meer im Moment wohl ungewöhnlich aufgewühlt sei.
Das ist auch der Grund, warum der Schnorchelausflug, den einige von uns heute
hätten machen wollen, nicht stattfinden konnte. Schade! Ich wandere kurz in den
Schatten, dann jedoch wieder in die Sonne. Immerhin ist heute die letzte
Gelegenheit, in diesem Jahr noch etwas Farbe zu bekommen! Um 13.30 Uhr bin ich
dann rumdherum schön rot gebruzzelt und gehe duschen. Dann mache ich mich zu
Fuß auf nach Puerto Viejo, ein bisschen bummeln, aber in erster Linie wegen dem
Bikini, den ich gestern Abend dort gesehen habe und den ich unbedingt kaufen
will. Laut Thomas sind es 20 Min in den Ort, der Hotelbesitzer hat noch 5
Minuten obendrauf gegeben. Tatsächlich bin ich nach 40 Minuten flottem Gehen
da! Aber die Bewegung tut mir gut, obwohl ich nassgeschwitzt bin, es ist sehr
heiß und die Luftfeuchtigkeit liegt bei 80 % oder so. Ich werde von einem
Schwarzen Rastaman auf einem Fahrrad angesprochen, ganz nett, er fragt, wo ich
herkomme, was ich vor habe, blabla. Tatsächlich will er mich aber nicht
anmachen, sondern irgendwelche Ausflüge verkaufen. Ich erzähle ihm, ich treffe
mich mit den anderen aus meiner Gruppe und dass wir eh morgen abreisen. Der
Bikini ist nicht in meiner Größe da und die Lust auf Shoppen minimiert sich dadurch
erheblich. Trotzdem ziehe ich noch etwas durch die Läden, muss aber feststellen,
das sie auch hier eine ähnlich Auswahl haben wie überall sonst, nur teils noch
teurer sind. Trotzdem gefällt es mir hier, von überall kommt Musik, meist
Reaggy, und obwohl heute längst nicht mehr alle lächeln (es ist Montag, und die
Wochenendbesucher sind weg), merke ich, wie der „federnde Gang“ langsam Besitz
ergreift. Ich genieße es auch, mal allein durch die Gegend zu ziehen. Am Ende
kaufe ich zwei T-Shirts und gehe bei Sabine was essen. Nicht, weil ich den
Service so super fand, aber hier weiß ich wenigstens was mich erwartet. Man ist
ja doch ein Gewohnheitstier, und das ärgert mich dann schon ein wenig, als ich
da sitze und feststellen muss, dass das Personal in etwa so „freundlich“ ist
wie Sabine selbst. Meine Fettuchine mit Meeresfrüchten sind allerdings sehr
lecker. Für den Rückweg gönne ich mir ein Taxi. Dafür gehe ich zur
Bushaltestelle und frage drei Männer, die an deinem Auto lehnen und sich
unterhalten. Unser Hotelbesitzer hat mir das so erklärt. Die Taxis sind auch
keine, die als solche erkennbar sind, sondern Autos in allen Farben und
Fabrikaten, ohne Tachometer. Erst sagt der eine 4 USD (das ist der Preis, den
auch der vom Hotel meinte), dann kurzes Gespräch untereinander, der andere
wollte dann 6 USD. Man kann’s ja mal versuchen! Ich bin natürlich für 4 USD
gefahren. Andernfalls wäre ich gelaufen. Aber Thomas hatte uns schon gewarnt,
dass man ggf. versuchen wird, einen über den Tisch zu ziehen.
Montag, 30. Dezember 2013
Cahuita-Nationalpark
29.12.2013 – Um 8.00 Uhr
geht es heute mit dem Bus zum Cuhuita-Nationalpark, wo wir ca. 4,5 Stunden
durchlaufen. Es ist ein sehr schöner Park, der Weg verläuft überwiegend
parallel zum Meer und so hat man immer wieder traumhafte Aussichten auf kleine
Buchten und hohe Wellen. Wir sehen eine Brüllaffenfamilie (Vater, Mutter,
Minibaby), jede Menge Eidechsen, Einsiedlerkrebse und Spinnen. Dann entdecken
wir das erste Hightlight: Die Schlegelsche Lanzenotter. Eine knallgelbe kleine
Schlange, die eine der giftigsten des Landes ist und deren Biss in vielen
Fällen tödlich verläuft. Sie liegt total friedlich im Gebüsch und sonnt sich.
Jeder versucht, natürlich mit entsprechendem Sicherheitsabstand, ein tolles
Foto hinzubekommen. Kurz darauf treffen wir auf eine Waschbärenmama mit ihren
zwei Halbwüchsigen, die verzweifelt versucht, über den Weg in den Wald zu
kommen, den wir ihr aber immer wieder versperren, weil wir Fotos machen. Dann
sehen wir ein Kapuzieneräffchen, welches sich grad ausgiebig mit einer
Noni-Frucht einreibt. Putzig. Doch die nächsten seiner Art sind dann schon gar
nicht mehr so putzig, denn sie sind gar nicht mehr menschenscheu und aus auf
alles essbare. Sobald sie eine Tüte rascheln hören, ist einer zur Stelle und
wenn man nicht aufpasst oder schnell genug ist, klauen sie einem die Sachen vor
den Augen weg. Ich habe überhaupt nicht nachgedacht, als ich, vermeintlich
außer Sichtweite des letzten Affen, meinen Rucksack aufmache und eine
angebrochene Chipstüte raushole. Plötzlich kam ein Affe angewetzt und ich habe
die Tüte panikartig in Manuelas Rucksack versteckt und bin erstmal
geflüchtet. Ein älteres Paar lief mit
zwei Plastiktüten, wo vermutlich Proviant für den Strand drin war, da kam
blitzschnell so ein Kapuzineraffe von hinter und hat quasi im Sprung versucht,
dem Mann die Tüte zu entreißen. Wir sehen noch zwei weitere Schlangen, eine
gelbe, eine gräuliche. Aufregend! Nur einen Tucan haben Manuela und ich immer
noch nicht gesehen.
Der Spaziergang war echt
schön, aber inzwischen ist es auch sehr heiß, so dass ich dann doch ganz froh
bin, als wir gegen 13.00 uhr am Bus ankommen. In Puerto Viejo haben wir knapp
1,5 Stunden, die Manuela und ich nutzen, um etwas essen zu gehen. Die zeit
reicht dafür grad mal so, denn hier gibt es karibische Langsamkeit gratis dazu.
Tranquillo!
Zurück am Hotel stürzen wir
uns schnell in die Fluten. Hier sind die Wellen wirklich hoch, aber allzu weit
traue ich mich nicht raus, da eine Riesenwelle nach der anderen kommt und die
Strömung hier auch nicht ohne sein soll. Leider gibt es an unserem Strand ab
15.00 Uhr keine Sonne mehr, so dass ich anschließend im Schatten auf meinem
Handtuch liege. Allerdings auch nicht lange, denn es fängt an zu regnen und ich
flüchte mich auf mein Zimmer. Es regnet kurz ziemlich heftig, lässt aber dann
auch wieder nach.
Um 18.30 Uhr fahren wir nach
Puerto Viejo zum Abendessen. Wir haben einen Tisch im „Flip Flop“ bestellt, der
einer Deutschen namens Sabine gehört. Das Essen ist gut, aber Sabine ist eine
schnippische angespannte Person mit extravagantem Kleidungsstil. Ich fühle mich
nicht wirklich herzlich willkommen und würde deshalb allein hier nicht nochmal
hingehen. Nach dem Essen gehen Manuela und ich ein halbes Stündchen durch den
Ort. Ich finde es super hier, karibisches Lebensgefühl!
Sonntag, 29. Dezember 2013
Fahrt nach Puerto Viejo
28.12.2013 – Das Gebrüll der
Brüllaffen ab etwa 5.00 Uhr ist fast ohrenbetäubend. Tatsächlich sitzen sie
wohl in dem Baum hinter meinem Zimmer, und da es ja hier nicht einmal Fensterscheiben
(nur Fliegengitter) gibt, hört es sich so an als würden sie direkt neben mir in
meinem Bett hocken. Trotzdem genieße ich es, und die vielen anderen Geräusche,
die sich nach und nach dazugesellen.
Um 6.15 Uhr gehe ich etwas
durch die Anlage und zur Rezeption wo ich meine Rechnung bezahle. Um 8.00 Uhr
sind wir dann wieder auf dem Boot um bis zur Anlegestelle zurückzufahren, wo
Andrés uns mit dem Bus abholt. Auf der einen Seite finde ich es schade, dass
wir schon wieder abreisen, immerhin ist das hier schon für mich eines der
Highlights was die Landschaft angeht, andererseits sind die zwei Tage auch
genug. Ich bin sehr zwiegespalten, was meine Meinung über den Tourismus hier
angeht. Auf der einen Seite ist es sicherlich gut und für die Menschen im Land
von großem Vorteil (lt. Thomas hängt jeder 7. Job direkt oder indirekt am Tourismus).
Allerdings kommt von dem Geld, was ich
für diese Reise bezahle, kaum etwas der Um- und Tierwelt zugute, lediglich über
die Nationalparkleiontritte. Daher bin ich zwischenzeitlich äußerst skeptisch,
wenn ich sehe, was hier so abgeht. Auch wenn sich die Touristen hier doch auf
diverse Lodges verteilen, fahren hier täglich hunderte Boote über den Fluss und
die Kanäle, so dass man häufig einen deutlichen Ölfilm auf dem Wasser erkennen
kann. Außerdem machen allein die Boote einen Riesenlärm. Und aus Tortuguero
dröhnt abends die Musik aus der Disco. Zwar nicht die ganze Nacht, aber der
Lärm ist trotzdem da. Da ist es für mich kein Wunder, dass sich die Tiere mehr
und mehr zurück ziehen…Tuen wir was Gutes, indem wir in solche Länder reisen?
Oder tragen wir dazu bei zu zerstören? Ich weiß es nicht!
Auf der einstündigen
Bootsfahrt haben wir noch zwei Hightlights: einen Kaiman, und dann sehen wir
ein kleines Krokodil, das auf einer kleinen Sandbank liegt. Super! Die Reise an
sich bis nach Puerto Viejo ist wirklich mühselig, wir brauchen 6,5 Stunden,
inklusive einer Pause an einem Supermarkt. Ich bin total fertig, könnte nur
schlafen. Gegen 14.30 Uhr kommen wir endlich in unserem Hotel „Camarona“ an.
Wir nehmen unsere Schlüssel in Empfang und jeder stürmt auf sein Zimmer. Die
Stimmung ist irgendwie generell etwas angespannt, der Tag heute lief irgendwie
nicht so rund, und so kamen fast alle (mich eingeschlossen) zurück zur
Rezeption, von wo aus wir den heutigen Ausflug starten wollen, und moppern
erstmal über die Zimmer. Muffig, schmierig, riecht extrem (bei mir nicht), kein
Safe (ich habe einen), kein Ventilator (ich habe einen), Klimaanlage super laut
(stimmt), keine Badetücher auf dem Zimmer
(die waren noch gar nicht ganz fertig), und und und. Ich war auch im
ersten Moment gar nicht angetan und im nachhinein wünschte ich, ich hätte einen
Moment gehabt, um mich zu sammeln, alles nochmal zu scannen, bevor ich
angefangen habe zu meckern. Tatsächlich kommt der Muff sicher vom fast
unmittelbar angrenzenden Meer und der immer hohen Luftfeuchtigkeit, und im
großen und ganzen ist das Zimmer in Ordnung; der Typ an der Rezeption scheint
megabemüht zu sein. Ich bin nur vor allem furchtbar müde vom Busfahren und
insgesamt ist man inzwischen wieder etwas zu überheblich. Eigentlich ist es
gut, dass wir gleich wieder in den Bus steigen um noch ca. 20 Minuten zum
Manzanillo-Nationalpark fahren. Dort lässt Andrés uns an einem Strand raus, wo
heute zig Einheimische ihren Strandtag
verbringen, überall wird gegrillt, gebadet, gefeiert. Hier ist Karibik, hier
sind schöne Menschen (viele schöne Männer, die Frauen sind fast alle fett!),
hier ist Leben! Was ich toll finde ist, dass die meisten mich anlächeln.
Manuela meint, sie lachen uns aus, weil wir mit unserer Outdoorkleidung hier so
offensichtlich fremd herumlaufen, aber das ist mir egal, Hauptsache ist, sie
lachen, zeigen Regung, und ich finde schon, dass sie freundlich, offen wirken.
Ich liebe es hier, obwohl der Strand nicht so traumhaft ist wie in Manuel Antonio,
aber hier ist Leben! Ich wünsche mir, ich könnte ein bisschen mehr Teil davon
sein, aber in der Gruppe ist das natürlich völlig abwegig und außerdem hat uns
Thomas inzwischen zigmal davor gewarnt, was für Gefahren (Diebstahl,
Vergewaltigung, Entführung, Weltuntergang, etc.) hier lauern könnten, so dass
das Unvoreingenommene erstmal ausgeschaltet ist. Schade eigentlich!
Wir gehen anschließend im „Maxi“
essen, was Thomas empfohlen hat. Als wir die Speisekarte lesen, muss ich feststellen,
dass dies das bisher teuerste Restaurant der Reise ist. Zwar locker, karibisch
(wie Thomas uns suggerieren wollte), es sind viele Einheimische da, aber
trotzdem hat es eine touristischen Tough. Das Essen (ich habe Fischfilet, was
erst kalt, und nach dem zurückgeben total trocken ist) ist für diesen Preis echt
nicht gut genug . Leider ist das nicht die erste "schlechte" Empfehlung von
Thomas. Ich wünschte mir, er würde uns mehr Sodas (einheimische und günstige
kleine einfache Restaurants) vorschlagen.
Gegen 19.00 Uhr sind wir
zurück am Hotel. Ich springe direkt unter die (mal wieder) kalte Dusche und
setze mich vor mein Zimmer um zu schreiben, bis ich mit Manuela, Rita und
Monika zum Strand gehe und wir dort an einem Tisch bei Kerzen-und Taschenlampenschein
sitzen und wir dort ein bisschen quasseln, im Hintergrund das Meeresrauschen.
Sehr schön! Und das Zimmer wirkt auch gar nicht mehr so schlimm wie vorhin…
Samstag, 28. Dezember 2013
Viele Tiere - endlich!
27.12.2013 – Heute heißt es,
um 5.30 Uhr aufstehen, da der erste Ausflug um 6.00 Uhr losgeht. Tatsächlich
war ich aber auch heute schon wieder eher wach und habe den Geräuschen von
draußen gelauscht, die Brüllaffen und Co am frühen Morgen bereits veranstalten.
Schön! Die Bootstour führt uns erstmal zur Nationalparkverwaltung, wo Thomas
die Tickets besorgen muss. Dort hat sich bereits eine Schlange gebildet, auf
dem Wasser in Form von Booten und an Land in Form von Reiseleitern. Das
verdirbt mir einen kurzen Moment die Vorfreude auf den Ausflug, da ich
befürchte, dass wir aneinandergereiht durch den Nationalpark fahren werden.
Aber es verteilt sich dann doch sehr gut, so dass wir nur hin und wieder einem
anderen Boot begegnen. Schon nach kurzer Zeit sehen wir eine Horde Kaputzineräffchen,
die munter durch die Bäume am Ufer springen. Klasse! Wir sehen ein paar Blaureiher,
einen Amerikanischen Grünfischer und einen weiblichen amerikanischen
Schlangenhalsvogel, der auf einem Ast im Wasser stehend die Flügel weit
ausbreitet um diese nach einem Tauchgang zu trocknen, ein schöner Anblick!
Große gelbgrüne Leguane sitzen in den Bäumen und eine Horde Brüllaffen hängt
faul herum. Dann biegen wir ab in den Palmenkanal „La Palma“, der, wie der Name
vermuten lässt, gesäumt ist von Palmen. Deren Wedel sind bis zu 15 Meter lang und werden unter
anderem zum Eindecken von Hausdächern verwendet. Irgendwann beginnt unser
Bootsführer mit glucksenden Geräuschen, die angeblich Kaimane anlocken sollen,
sich aber eher anhören, als ob er sein Frühstück hochwürgt. Wir schauen gespannt
ins Wasser, als plötzlich in den Wasserpflanzen tatsächlich ein kleiner Kaiman
herumschnellt und dann abtaucht. Nach dem ersten Schreck suchen wir im Wasser
und entdecken aber nur (auf Hinweis des Bootsführers) ein Augenpaar.
Nach dem Ausflug stürzen wir
uns alle hungrig auf das Frühstück, welches natürlich wieder aus „Gallo Pinto“,
Ei, Pancakes und Obst besteht, allerdings gibt es außerdem Würstchen und Käse.
Anschließend lege ich mich ein Stündchen aufs Bett, weil mein Nacken vom vielen
Hochgucken extrem schmerzt.
Um 11.30 Uhr fahre ich mit
Manuela und Dirk mit dem Wassertaxi nach Tortuguero, wo wir etwas durch die
Shops schleichen und dann in der „Buddha-Bar“ zu Mittag essen. Hier sitzt man
wunderschön, direkt am Fluss, die Preise sind allerdings gesalzen. Eine der
kleinen Sodas wäre hier sicher die bessere Wahl gewesen. Anschließend laufen
wir noch ein Stück durch den Ort und gehen dann nochmal zum Strand, laufen hier
ein Stück zurück und biegen wieder Richtung „Ortskern“ ab. An der
Nationalparkverwaltung werden wir von der Gruppe eingesammelt und machen uns
auf zu unserem zweiten Bootsausflug. Hier haben wir wieder einen super
Bootsführer, der alle möglichen Tiere erspäht, die wir alle per bloßem Auge
nicht erkannt hätten. So sehen wir zum Beispiel einen Stirnlappenbasilisken
(sowohl das weibliche als auch das männliche Exemplar), einen
Gelbkopfnachtreiher, ein Faultier weit oben in den Bäumen, welches sich sogar
ein wenig fortbewegt (aber leider viel zu weit weg ist um ein gescheites Foto
hinzubekommen), diverse Süßwasserschildkröten, eine Binsenralle (ein entenähnliches
Geschöpf), einen Kahnschnabelreiher, Blaureiher, Schmuckreiher. Die Ausbeute
ist heute wirklich gut. Und am Ende sehen wir wieder zwei Kaimane, die so vor
sich hinschwimmen. Und das alles vor einer wunderbaren Kulisse. Wir sind alle
sehr zufrieden mit dem heutigen Tag.
Zurück am Hotel gönnen wir
uns ein Bierchen und ich freue mich schon auf das Abendessen, da es hier auch
Pasta geben soll…
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