31.12.2013 - Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr!
Ich hoffe, ihr seid gut rein gekommen.
Wir sind in knapp 6 Stunden dran...
Mittwoch, 1. Januar 2014
Dienstag, 31. Dezember 2013
Freier Tag
30.12.2013 – Heute haben wir
einen „freien“ Tag, so dass wir keinen Wecker stellen müssen. Ich habe gut
geschlafen, aber um 6.30 Uhr bin ich wach. Ich kämpfe kurz mit mir, aber dann
raffe ich mich doch auf und gehe eine Runde laufen. Bevor ich aus dem Zimmer
komme, höre ich bereits ein Miauen, und tatsächlich, meine Katze steht bei mir
vor der Tür und springt direkt wieder auf meinen Schoß als ich mir die Schuhe
anziehe! Sie hat bereits mein Herz erobert, und wären wir hier nicht in Costa
Rica, wäre ich echt versucht, sie mitzunehmen… Leider kann man hier nicht so
gut am Strand laufen, so dass ich erste ein paar Feldwege ausprobiere, die sich
aber alle als Sackgassen herausstellen, die zu
irgendwelchen Unterkünften führen, und dann einfach die Straße entlang
laufe. Einen Schlenker mache ich noch zum Strand, weil die Anblick einfach
atemberaubend ist und ich diesen einfach in mich aufsaugen muss. Es ist bereits
warm und sehr schwül, über dem Strand, den Palmen und dem Meer hängt der Dunst,
und die Morgensonne scheint hinein. Herrlich!! Das Frühstück ist wie immer, und
inzwischen entwickle ich eine echte Abneigung gegen Reis, Bohnen und Rührei,
esse es aber trotzdem, weil es sonst nur Toast und Pancakes gibt. Allerdings
nur so viel, um etwas im Magen zu haben, den Rest fülle ich mit Obst und Müsli.
Der Himmel ist zunächst
bewölkt, und so beschließe ich, heute früh in die Stadt zu laufen und dort
etwas rumzubummeln. Nachdem ich mich aber stadtfein gemacht habe, komme ich aus
meiner Höhle (mein Zimmer ist extrem dunkel) und muss feststellen, dass
inzwischen die Sonne scheint. Also Plan A! Bikini an und um 9.30 Uhr liege ich
als erste am Strand. Es ist bereits jetzt richtig heiß und nach einer Weile bin
ich schon schön angebraten. Zeit zum Wenden. Über dem Meer hängt eine graue
Wand und es sieht so aus wie gestern Nachmittag, als es plötzlich anfing zu
regnen. Tatsächlich tröpfelt es auch ein wenig, hört aber ganz schnell wieder
auf. Die Wellen sind wieder mega und wir haben jede Menge Spaß. Die Strömung
ist heute allerdings auch noch viel heftiger, wobei wir hier eher seitlich als
aufs offene Meer getrieben werden. An den Hauptstränden Richtung Puerto Viejo
sind heute überwiegend rote Flaggen gehisst und Thomas hatte auch beim
Frühstück erzählt, dass das Meer im Moment wohl ungewöhnlich aufgewühlt sei.
Das ist auch der Grund, warum der Schnorchelausflug, den einige von uns heute
hätten machen wollen, nicht stattfinden konnte. Schade! Ich wandere kurz in den
Schatten, dann jedoch wieder in die Sonne. Immerhin ist heute die letzte
Gelegenheit, in diesem Jahr noch etwas Farbe zu bekommen! Um 13.30 Uhr bin ich
dann rumdherum schön rot gebruzzelt und gehe duschen. Dann mache ich mich zu
Fuß auf nach Puerto Viejo, ein bisschen bummeln, aber in erster Linie wegen dem
Bikini, den ich gestern Abend dort gesehen habe und den ich unbedingt kaufen
will. Laut Thomas sind es 20 Min in den Ort, der Hotelbesitzer hat noch 5
Minuten obendrauf gegeben. Tatsächlich bin ich nach 40 Minuten flottem Gehen
da! Aber die Bewegung tut mir gut, obwohl ich nassgeschwitzt bin, es ist sehr
heiß und die Luftfeuchtigkeit liegt bei 80 % oder so. Ich werde von einem
Schwarzen Rastaman auf einem Fahrrad angesprochen, ganz nett, er fragt, wo ich
herkomme, was ich vor habe, blabla. Tatsächlich will er mich aber nicht
anmachen, sondern irgendwelche Ausflüge verkaufen. Ich erzähle ihm, ich treffe
mich mit den anderen aus meiner Gruppe und dass wir eh morgen abreisen. Der
Bikini ist nicht in meiner Größe da und die Lust auf Shoppen minimiert sich dadurch
erheblich. Trotzdem ziehe ich noch etwas durch die Läden, muss aber feststellen,
das sie auch hier eine ähnlich Auswahl haben wie überall sonst, nur teils noch
teurer sind. Trotzdem gefällt es mir hier, von überall kommt Musik, meist
Reaggy, und obwohl heute längst nicht mehr alle lächeln (es ist Montag, und die
Wochenendbesucher sind weg), merke ich, wie der „federnde Gang“ langsam Besitz
ergreift. Ich genieße es auch, mal allein durch die Gegend zu ziehen. Am Ende
kaufe ich zwei T-Shirts und gehe bei Sabine was essen. Nicht, weil ich den
Service so super fand, aber hier weiß ich wenigstens was mich erwartet. Man ist
ja doch ein Gewohnheitstier, und das ärgert mich dann schon ein wenig, als ich
da sitze und feststellen muss, dass das Personal in etwa so „freundlich“ ist
wie Sabine selbst. Meine Fettuchine mit Meeresfrüchten sind allerdings sehr
lecker. Für den Rückweg gönne ich mir ein Taxi. Dafür gehe ich zur
Bushaltestelle und frage drei Männer, die an deinem Auto lehnen und sich
unterhalten. Unser Hotelbesitzer hat mir das so erklärt. Die Taxis sind auch
keine, die als solche erkennbar sind, sondern Autos in allen Farben und
Fabrikaten, ohne Tachometer. Erst sagt der eine 4 USD (das ist der Preis, den
auch der vom Hotel meinte), dann kurzes Gespräch untereinander, der andere
wollte dann 6 USD. Man kann’s ja mal versuchen! Ich bin natürlich für 4 USD
gefahren. Andernfalls wäre ich gelaufen. Aber Thomas hatte uns schon gewarnt,
dass man ggf. versuchen wird, einen über den Tisch zu ziehen.
Montag, 30. Dezember 2013
Cahuita-Nationalpark
29.12.2013 – Um 8.00 Uhr
geht es heute mit dem Bus zum Cuhuita-Nationalpark, wo wir ca. 4,5 Stunden
durchlaufen. Es ist ein sehr schöner Park, der Weg verläuft überwiegend
parallel zum Meer und so hat man immer wieder traumhafte Aussichten auf kleine
Buchten und hohe Wellen. Wir sehen eine Brüllaffenfamilie (Vater, Mutter,
Minibaby), jede Menge Eidechsen, Einsiedlerkrebse und Spinnen. Dann entdecken
wir das erste Hightlight: Die Schlegelsche Lanzenotter. Eine knallgelbe kleine
Schlange, die eine der giftigsten des Landes ist und deren Biss in vielen
Fällen tödlich verläuft. Sie liegt total friedlich im Gebüsch und sonnt sich.
Jeder versucht, natürlich mit entsprechendem Sicherheitsabstand, ein tolles
Foto hinzubekommen. Kurz darauf treffen wir auf eine Waschbärenmama mit ihren
zwei Halbwüchsigen, die verzweifelt versucht, über den Weg in den Wald zu
kommen, den wir ihr aber immer wieder versperren, weil wir Fotos machen. Dann
sehen wir ein Kapuzieneräffchen, welches sich grad ausgiebig mit einer
Noni-Frucht einreibt. Putzig. Doch die nächsten seiner Art sind dann schon gar
nicht mehr so putzig, denn sie sind gar nicht mehr menschenscheu und aus auf
alles essbare. Sobald sie eine Tüte rascheln hören, ist einer zur Stelle und
wenn man nicht aufpasst oder schnell genug ist, klauen sie einem die Sachen vor
den Augen weg. Ich habe überhaupt nicht nachgedacht, als ich, vermeintlich
außer Sichtweite des letzten Affen, meinen Rucksack aufmache und eine
angebrochene Chipstüte raushole. Plötzlich kam ein Affe angewetzt und ich habe
die Tüte panikartig in Manuelas Rucksack versteckt und bin erstmal
geflüchtet. Ein älteres Paar lief mit
zwei Plastiktüten, wo vermutlich Proviant für den Strand drin war, da kam
blitzschnell so ein Kapuzineraffe von hinter und hat quasi im Sprung versucht,
dem Mann die Tüte zu entreißen. Wir sehen noch zwei weitere Schlangen, eine
gelbe, eine gräuliche. Aufregend! Nur einen Tucan haben Manuela und ich immer
noch nicht gesehen.
Der Spaziergang war echt
schön, aber inzwischen ist es auch sehr heiß, so dass ich dann doch ganz froh
bin, als wir gegen 13.00 uhr am Bus ankommen. In Puerto Viejo haben wir knapp
1,5 Stunden, die Manuela und ich nutzen, um etwas essen zu gehen. Die zeit
reicht dafür grad mal so, denn hier gibt es karibische Langsamkeit gratis dazu.
Tranquillo!
Zurück am Hotel stürzen wir
uns schnell in die Fluten. Hier sind die Wellen wirklich hoch, aber allzu weit
traue ich mich nicht raus, da eine Riesenwelle nach der anderen kommt und die
Strömung hier auch nicht ohne sein soll. Leider gibt es an unserem Strand ab
15.00 Uhr keine Sonne mehr, so dass ich anschließend im Schatten auf meinem
Handtuch liege. Allerdings auch nicht lange, denn es fängt an zu regnen und ich
flüchte mich auf mein Zimmer. Es regnet kurz ziemlich heftig, lässt aber dann
auch wieder nach.
Um 18.30 Uhr fahren wir nach
Puerto Viejo zum Abendessen. Wir haben einen Tisch im „Flip Flop“ bestellt, der
einer Deutschen namens Sabine gehört. Das Essen ist gut, aber Sabine ist eine
schnippische angespannte Person mit extravagantem Kleidungsstil. Ich fühle mich
nicht wirklich herzlich willkommen und würde deshalb allein hier nicht nochmal
hingehen. Nach dem Essen gehen Manuela und ich ein halbes Stündchen durch den
Ort. Ich finde es super hier, karibisches Lebensgefühl!
Sonntag, 29. Dezember 2013
Fahrt nach Puerto Viejo
28.12.2013 – Das Gebrüll der
Brüllaffen ab etwa 5.00 Uhr ist fast ohrenbetäubend. Tatsächlich sitzen sie
wohl in dem Baum hinter meinem Zimmer, und da es ja hier nicht einmal Fensterscheiben
(nur Fliegengitter) gibt, hört es sich so an als würden sie direkt neben mir in
meinem Bett hocken. Trotzdem genieße ich es, und die vielen anderen Geräusche,
die sich nach und nach dazugesellen.
Um 6.15 Uhr gehe ich etwas
durch die Anlage und zur Rezeption wo ich meine Rechnung bezahle. Um 8.00 Uhr
sind wir dann wieder auf dem Boot um bis zur Anlegestelle zurückzufahren, wo
Andrés uns mit dem Bus abholt. Auf der einen Seite finde ich es schade, dass
wir schon wieder abreisen, immerhin ist das hier schon für mich eines der
Highlights was die Landschaft angeht, andererseits sind die zwei Tage auch
genug. Ich bin sehr zwiegespalten, was meine Meinung über den Tourismus hier
angeht. Auf der einen Seite ist es sicherlich gut und für die Menschen im Land
von großem Vorteil (lt. Thomas hängt jeder 7. Job direkt oder indirekt am Tourismus).
Allerdings kommt von dem Geld, was ich
für diese Reise bezahle, kaum etwas der Um- und Tierwelt zugute, lediglich über
die Nationalparkleiontritte. Daher bin ich zwischenzeitlich äußerst skeptisch,
wenn ich sehe, was hier so abgeht. Auch wenn sich die Touristen hier doch auf
diverse Lodges verteilen, fahren hier täglich hunderte Boote über den Fluss und
die Kanäle, so dass man häufig einen deutlichen Ölfilm auf dem Wasser erkennen
kann. Außerdem machen allein die Boote einen Riesenlärm. Und aus Tortuguero
dröhnt abends die Musik aus der Disco. Zwar nicht die ganze Nacht, aber der
Lärm ist trotzdem da. Da ist es für mich kein Wunder, dass sich die Tiere mehr
und mehr zurück ziehen…Tuen wir was Gutes, indem wir in solche Länder reisen?
Oder tragen wir dazu bei zu zerstören? Ich weiß es nicht!
Auf der einstündigen
Bootsfahrt haben wir noch zwei Hightlights: einen Kaiman, und dann sehen wir
ein kleines Krokodil, das auf einer kleinen Sandbank liegt. Super! Die Reise an
sich bis nach Puerto Viejo ist wirklich mühselig, wir brauchen 6,5 Stunden,
inklusive einer Pause an einem Supermarkt. Ich bin total fertig, könnte nur
schlafen. Gegen 14.30 Uhr kommen wir endlich in unserem Hotel „Camarona“ an.
Wir nehmen unsere Schlüssel in Empfang und jeder stürmt auf sein Zimmer. Die
Stimmung ist irgendwie generell etwas angespannt, der Tag heute lief irgendwie
nicht so rund, und so kamen fast alle (mich eingeschlossen) zurück zur
Rezeption, von wo aus wir den heutigen Ausflug starten wollen, und moppern
erstmal über die Zimmer. Muffig, schmierig, riecht extrem (bei mir nicht), kein
Safe (ich habe einen), kein Ventilator (ich habe einen), Klimaanlage super laut
(stimmt), keine Badetücher auf dem Zimmer
(die waren noch gar nicht ganz fertig), und und und. Ich war auch im
ersten Moment gar nicht angetan und im nachhinein wünschte ich, ich hätte einen
Moment gehabt, um mich zu sammeln, alles nochmal zu scannen, bevor ich
angefangen habe zu meckern. Tatsächlich kommt der Muff sicher vom fast
unmittelbar angrenzenden Meer und der immer hohen Luftfeuchtigkeit, und im
großen und ganzen ist das Zimmer in Ordnung; der Typ an der Rezeption scheint
megabemüht zu sein. Ich bin nur vor allem furchtbar müde vom Busfahren und
insgesamt ist man inzwischen wieder etwas zu überheblich. Eigentlich ist es
gut, dass wir gleich wieder in den Bus steigen um noch ca. 20 Minuten zum
Manzanillo-Nationalpark fahren. Dort lässt Andrés uns an einem Strand raus, wo
heute zig Einheimische ihren Strandtag
verbringen, überall wird gegrillt, gebadet, gefeiert. Hier ist Karibik, hier
sind schöne Menschen (viele schöne Männer, die Frauen sind fast alle fett!),
hier ist Leben! Was ich toll finde ist, dass die meisten mich anlächeln.
Manuela meint, sie lachen uns aus, weil wir mit unserer Outdoorkleidung hier so
offensichtlich fremd herumlaufen, aber das ist mir egal, Hauptsache ist, sie
lachen, zeigen Regung, und ich finde schon, dass sie freundlich, offen wirken.
Ich liebe es hier, obwohl der Strand nicht so traumhaft ist wie in Manuel Antonio,
aber hier ist Leben! Ich wünsche mir, ich könnte ein bisschen mehr Teil davon
sein, aber in der Gruppe ist das natürlich völlig abwegig und außerdem hat uns
Thomas inzwischen zigmal davor gewarnt, was für Gefahren (Diebstahl,
Vergewaltigung, Entführung, Weltuntergang, etc.) hier lauern könnten, so dass
das Unvoreingenommene erstmal ausgeschaltet ist. Schade eigentlich!
Wir gehen anschließend im „Maxi“
essen, was Thomas empfohlen hat. Als wir die Speisekarte lesen, muss ich feststellen,
dass dies das bisher teuerste Restaurant der Reise ist. Zwar locker, karibisch
(wie Thomas uns suggerieren wollte), es sind viele Einheimische da, aber
trotzdem hat es eine touristischen Tough. Das Essen (ich habe Fischfilet, was
erst kalt, und nach dem zurückgeben total trocken ist) ist für diesen Preis echt
nicht gut genug . Leider ist das nicht die erste "schlechte" Empfehlung von
Thomas. Ich wünschte mir, er würde uns mehr Sodas (einheimische und günstige
kleine einfache Restaurants) vorschlagen.
Gegen 19.00 Uhr sind wir
zurück am Hotel. Ich springe direkt unter die (mal wieder) kalte Dusche und
setze mich vor mein Zimmer um zu schreiben, bis ich mit Manuela, Rita und
Monika zum Strand gehe und wir dort an einem Tisch bei Kerzen-und Taschenlampenschein
sitzen und wir dort ein bisschen quasseln, im Hintergrund das Meeresrauschen.
Sehr schön! Und das Zimmer wirkt auch gar nicht mehr so schlimm wie vorhin…
Samstag, 28. Dezember 2013
Viele Tiere - endlich!
27.12.2013 – Heute heißt es,
um 5.30 Uhr aufstehen, da der erste Ausflug um 6.00 Uhr losgeht. Tatsächlich
war ich aber auch heute schon wieder eher wach und habe den Geräuschen von
draußen gelauscht, die Brüllaffen und Co am frühen Morgen bereits veranstalten.
Schön! Die Bootstour führt uns erstmal zur Nationalparkverwaltung, wo Thomas
die Tickets besorgen muss. Dort hat sich bereits eine Schlange gebildet, auf
dem Wasser in Form von Booten und an Land in Form von Reiseleitern. Das
verdirbt mir einen kurzen Moment die Vorfreude auf den Ausflug, da ich
befürchte, dass wir aneinandergereiht durch den Nationalpark fahren werden.
Aber es verteilt sich dann doch sehr gut, so dass wir nur hin und wieder einem
anderen Boot begegnen. Schon nach kurzer Zeit sehen wir eine Horde Kaputzineräffchen,
die munter durch die Bäume am Ufer springen. Klasse! Wir sehen ein paar Blaureiher,
einen Amerikanischen Grünfischer und einen weiblichen amerikanischen
Schlangenhalsvogel, der auf einem Ast im Wasser stehend die Flügel weit
ausbreitet um diese nach einem Tauchgang zu trocknen, ein schöner Anblick!
Große gelbgrüne Leguane sitzen in den Bäumen und eine Horde Brüllaffen hängt
faul herum. Dann biegen wir ab in den Palmenkanal „La Palma“, der, wie der Name
vermuten lässt, gesäumt ist von Palmen. Deren Wedel sind bis zu 15 Meter lang und werden unter
anderem zum Eindecken von Hausdächern verwendet. Irgendwann beginnt unser
Bootsführer mit glucksenden Geräuschen, die angeblich Kaimane anlocken sollen,
sich aber eher anhören, als ob er sein Frühstück hochwürgt. Wir schauen gespannt
ins Wasser, als plötzlich in den Wasserpflanzen tatsächlich ein kleiner Kaiman
herumschnellt und dann abtaucht. Nach dem ersten Schreck suchen wir im Wasser
und entdecken aber nur (auf Hinweis des Bootsführers) ein Augenpaar.
Nach dem Ausflug stürzen wir
uns alle hungrig auf das Frühstück, welches natürlich wieder aus „Gallo Pinto“,
Ei, Pancakes und Obst besteht, allerdings gibt es außerdem Würstchen und Käse.
Anschließend lege ich mich ein Stündchen aufs Bett, weil mein Nacken vom vielen
Hochgucken extrem schmerzt.
Um 11.30 Uhr fahre ich mit
Manuela und Dirk mit dem Wassertaxi nach Tortuguero, wo wir etwas durch die
Shops schleichen und dann in der „Buddha-Bar“ zu Mittag essen. Hier sitzt man
wunderschön, direkt am Fluss, die Preise sind allerdings gesalzen. Eine der
kleinen Sodas wäre hier sicher die bessere Wahl gewesen. Anschließend laufen
wir noch ein Stück durch den Ort und gehen dann nochmal zum Strand, laufen hier
ein Stück zurück und biegen wieder Richtung „Ortskern“ ab. An der
Nationalparkverwaltung werden wir von der Gruppe eingesammelt und machen uns
auf zu unserem zweiten Bootsausflug. Hier haben wir wieder einen super
Bootsführer, der alle möglichen Tiere erspäht, die wir alle per bloßem Auge
nicht erkannt hätten. So sehen wir zum Beispiel einen Stirnlappenbasilisken
(sowohl das weibliche als auch das männliche Exemplar), einen
Gelbkopfnachtreiher, ein Faultier weit oben in den Bäumen, welches sich sogar
ein wenig fortbewegt (aber leider viel zu weit weg ist um ein gescheites Foto
hinzubekommen), diverse Süßwasserschildkröten, eine Binsenralle (ein entenähnliches
Geschöpf), einen Kahnschnabelreiher, Blaureiher, Schmuckreiher. Die Ausbeute
ist heute wirklich gut. Und am Ende sehen wir wieder zwei Kaimane, die so vor
sich hinschwimmen. Und das alles vor einer wunderbaren Kulisse. Wir sind alle
sehr zufrieden mit dem heutigen Tag.
Zurück am Hotel gönnen wir
uns ein Bierchen und ich freue mich schon auf das Abendessen, da es hier auch
Pasta geben soll…
Freitag, 27. Dezember 2013
Tortuguero
26.12.2013 – Wir müssen
zusehen, dass wir pünktlich um 7.45 Uhr wegkommen, da heute Mittag eine große
Parade in der Stadt stattfindet (hierfür wurden bereits überall Tribünen und
Straßensperren aufgebaut). Wir kommen aber gut weg und aufgrund des Feiertages
auch supergut raus aus St. José. In entgegengesetzter Richtung ist viel mehr
los – das sind all die Leute, die heute ans Meer wollen. Irgendwann fahren wir
durch den längsten Tunnel Costa Ricas – mit immerhin 500 Metern! Dann gehet es
über die Laut Thomas gefährlichste Straße des Landes, aufgrund der Kurven,
Spurrillen, Erdrutschen und völlig übermüdeten LKW-Fahrern. Irgendwann kommen
wir dann wieder auf eine ganz schlechte Schotterstraße, die uns eine Stunde bis
zum Bootsanleger führt. Auf dem Weg fahren wir an einigen Bananenplantagen
vorbei. Laut Reisebeschreibung war auch eine Begehung einer solchen eingeplant,
aber dies ist wohl nicht mehr möglich, wie Thomas uns später erklärte (müsste
dann aber mal aus dem Programm genommen werden…). Am Bootsanleger erwartet uns
dann erstmal ein kleiner Schock: Hunderte Touristen tummeln sich hier und
warten darauf in eine der (angeblich) wenigen Lodges per Boot transportiert zu
werden. Das ist hier auf einmal dermaßen touristisch, dass ich im ersten Moment
nur denken „Oh Gott! Ich will hier nicht bleiben!!!“. Nachdem aber dann unser
komplettes Gepäck per Schubkarren aufs Boot gekarrt wurde, scheinen wir kurz
nach dem Ablegen zumindest momentan die einzigen zu sein, die in dieser
wunderbaren grünen Idylle dahintuckern. Dann werden wir aber von den ersten
Booten überholt. Die Fahrt über den kleinen Fluss „Rio Fuerte“ (Glücksfluss)
ist zauberhaft, die Landschaft, die ich so liebe. Wasser, und links und rechts
saftiges Grün, Palmen und anderes Gewächs. Wir sehen auf dem kurzen Weg Klammeraffen,
einen Eisvogel, Schmuckreiher, Graureiher, Amerikanische Schlangenhalsvögel.
Der Rio Fuerte mündet dann in den Rio Tortuguero, einen breiteren Fluss, wo wir
auch etwas Gas geben können. Wir sehen den Tortuguero-Hügel, der früher mal ein
Vulkan war; die Vulkaninsel war mit dem Festland zusammengewachsen. In den
Tortuguero-NP kommt man übrigens nur per Boot oder per Kleinflugzeug, Straßen
gibt es keine hinein. Ich kann mich kaum satt sehen an dieser wunderschönen
Flusslandschaft.
Nach etwa einer Stunde
kommen wir an unser „La Baula Lodge“ an, wo wir mit einem Fruchtdrink empfangen
werden. Generell hübsche Anlage, die Zimmer sind in mehreren verschieden bunt
angestrichenen Komplexen untergebracht und verfügt sogar über einen kleinen Pool.
Nachdem wir die Zimmer (ich habe eines mit Flussblick) bezogen und ein Bierchen
getrunken haben, streifen Manuela und ich etwas über die Anlage, wo wir immer
wieder anderen aus unserer Gruppe begegnen. Nach kurzer Zeit entdecken wir eine
Horde Klammeraffen, die sich direkt über unseren Köpfen tummeln. Ich mache
einige Bilder und habe ein paar tolle Schnappschüsse dabei. Wir sehen noch
einen witzigen Vogel, der sich 180 Grad vorwärts den Ast runter wirft, dabei
das Schwanzgefieder ausbreitet, was ganz witzig ausschaut. Leider geht das alle
so schnell, dass es fotografisch nicht festzuhalten ist. Dann streifen wir noch
weiter durch die an sich nette Anlage und stoßen noch auf eine giftgrün-gelbe
Spinne. Die sieht hammergeil aus! Um sie schön scharf aufs Foto zu bekommen,
muss ich ganz dicht rangehen und hoffe einfach darauf, dass sie mich nicht
anspringt. An einem Baum hängt bewegungslos ein „Lappenobilisk“, cool!
Nachmittags fahren wir mit
dem Hotelboot nach Tortuguero. Am Eingang erzählt Thomas uns anhand von
Schautafeln noch etwas über den Nationalpark, wir entdecken ein riesiges Spinnennetz
mit einer ebenso großen Spinne („Golden-Orb-Spyder“ bzw. Radnetzspinne - inklusive
Beine etwa so groß wie eine kleine Frauenhand), die richtig klasse aussieht
(hätte nie gedacht, dass ich so etwas mal über eine Spinne sagen würde!). Was
wir dort auf den ersten Blick sehen, ist das Weibchen, das Männchen sitzt auch
daneben und ist allerdings um ein vielfaches kleiner. Wir bummeln etwa eine
Stunde durch den Ort, und dann auf die andere Seite, wo wir auf einmal am
Atlantikstrand stehen. Genial! Hier gibt es noch beeindruckendere Wellen,
allerdings auch die eindeutige Warnung, dass man hier aufgrund der sehr gefährlichen
Strömungen nicht schwimmen gehen sollte. Dann holt uns das Boot auf der
Flussseite auch schon wieder ab. Ich finde es schade, dass wir nicht ein
bisschen Zeit haben um auf eigene Faust etwas durch den Ort zu bummeln, zumal
wir dann in der Lodge noch reichlich Zeit haben, aber das ist wohl nicht
vorgesehen. Später treffen wir uns zu dritt fürs Abendessen, es gibt Thunfisch
aus der Dose, Tütensuppe und Kekse, da wir für das Buffet (15 USD) nicht
ausreichend hungrig sind.
Als ich dann später in
meinem Bett liege, dringen zig Geräusche aus dem Busch herein, es ist aber nicht umheimlich, sondern wirklich schön
anzuhören.
Donnerstag, 26. Dezember 2013
San José
25.12.2013 – Da wir heute
erst um 10.30 Uhr aufbrechen, können wir den Morgen ganz gelassen angehen. Ich
schlafe hervorragend, bin aber dann doch zu faul für eine Joggingrunde und
starte den Tag direkt mit dem (immer noch
spärlichen) Frühstück. Anschließend mache ich einen letzten Spaziergang
am wunderschönen morgendlichen Pazifikstrand – ich trenne mich nur ungern von
diesem Ort.
Dann geht es wieder in den
Bus und wir fahren etwa 3 Stunden, essen noch schnell was in einem ziemlich
großen Restaurant it viel Betrieb in der Nähe des Flughafens. Dort setzen wir
wenig später unsere Wiener ab, die heute bereits abreisen. Der Abschied ist
kurz und schmerzlos, aber wir finden es alle schade, dass die beiden von nun an
nicht mehr dabei sind (ich hoffe, ihr habt einen reibungslosen Rückflug!).
Wir fahren weiter zu unserem
Hotel „Colonial“ nach San José. Das ist wirklich gut, mit dem optisch
modernsten Bad bisher. Allerdings gibt es auch hier Schimmelflecken an der Wand
und die Flecken auf dem Bettlaken mag ich mir nicht genauer ansehen, sondern
hole direkt wieder mein Inlay aus dem Koffer. Wir bringen nur kurz unser Gepäck
auf die Zimmer, dann geht es um 15.00 Uhr los zum zweistündigen Stadtrundgang.
Thomas weiß auch hier wieder viel zu erzählen, allerdings höre ich
zugegebenerweise nicht wirklich hin, weil es mich gar nichjt so sehr
interessiert. San Jose gefällt mit noch weniger als ich aufgrund der
Beschreibungen aus dem Reiseführer und Thomas Voarbschilderungen erwartet habe.
Ich bin nicht an einer Stelle oder von irgendeinem Gebäude oder so irgendwie
besonders beeindruckt. Da heute Feiertag ist, sind besonders viele Menschen in
den Straßen unterwegs und ich finde es viel spannender, diese zu beobachten und
zu versuchen, heimlich zu fotografieren. Nach dem Rundgang ziehen wir uns kurz
um (es ist hier abends echt frisch) und gehen dann in ein Restaurant um die
Ecke, was uns Thomas nachmittags gezeigt hatte und von dem er meinte, es wäre
mittelmäßig aber witzig von der Einrichtung. Genauso ist es auch. Unser Salat ist
zwar frisch, aber dürftig und geschmacklos, nichts besonderes, dafür recht
teuer, und die Bedienung war die Unfreundlichkeit in Person. Pura Vida!!! Gegen
20.00 Uhr sind wir bereits wieder am Hotel.
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